Am Samstag, den 29. November, ist in der Hersfelder Zeitung ein ausführliches Portrait über meine Arbeit als Holzbildhauerin erschienen. Der Artikel beschreibt meinen künstlerischen Weg, meine Liebe zum Material Holz und die besondere Formensprache, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
Ich freue mich sehr darüber, wie feinfühlig Nadine Meier-Maaz meine Arbeitsweise, meine Projekte, darunter auch die jüngsten Skulpturen im Thüringer Wald und meine Verbindung von Kreativität, Kunsttherapie Natur und handwerklicher Präzision eingefangen hat.
In der Thüringer Allgemeinen ist aktuell ein kurzer Hinweis zu meinem laufenden Projekt in Thüringen erschienen. Besonders freut mich, dass in diesem Zusammenhang auch erneut auf meine dort ausgestellten Holzskulpturen entlang des Skulpturenpfads verwiesen wird.
Die Arbeiten sind weiterhin vor Ort zu sehen und entwickeln nach wie vor eine große Resonanz bei Besucherinnen und Besuchern. Deshalb teile ich den aktuellen Artikel hier auf meiner Website für alle, die das Projekt verfolgen oder den Skulpturenpfad selbst besuchen möchten.
Alle Skulpturen stehen auf einem schmalen Wanderweg(hier geht es zur Wegbeschreibung), der durch eine Kahlschlagfläche mit 1,5 – 2m hohen Fichtenbaumstümpfen hin durchführt. Schon bei der Ortsbegehung mit dem Projektleiter Herr Schmidt befand ich diesen Ort als perfekt zur Umsetzung meiner Idee „Stimmen des Waldes“, mit dem ich mich bei der Landgemeinde Georgenthal als Residenzkünstlerin beworben habe, um den Themen Wandel des Waldes im Zeichen des Klimawandels Ausdruck zu verleihen, bzw. dem Wald eine Stimme zu verleihen.
Natürlich habe ich einige Ideen und Gedanken mitgebracht, aber letztlich schaue ich immer, welche Formen, Wuchsrichtungen in einem Baumstamm mitsamt Wurzeln da sind, und welche Bewegungen, Formen etc. sich daraus ergeben, was ich hineinprojizieren und dann letztlich herausarbeiten kann.
Skulptur: Der Keimling
Mareika Neumann Carving und Kettensägenkunst, Landfestival Georgenthal
An den Wurzeln der ersten Skulptur wachsen schon einige kleine Fichten nach. Neues Leben regt sich. Dem hoffnungsvollem Bild des neuen, sprießenden Lebens habe ich in Form eines Fichtenkeimlings aufgegriffen, auf dessen Spitzen noch die Samenkapsel die einzelnen Verästelungen zusammenhält, der aber durch die Wurzeln der abgestorbenen Fichte bereits fest im Boden verankert und standfest ist.
Skulptur: Borkenkäfer
Mareika Neumann Carving und Kettensägenkunst, Landfestival Georgenthal Mareika Neumann mit Projektleiter Gunter Schmidt Skulptur „Borkenkäfer“ Mareika Neumann
Bei dieser Skulptur haben mich bereits im ersten Kontakt die wundervoll symmetrischen Wurzeln, die den senkrecht gewachsenen Stamm am doch recht steilen Hang gehalten haben, begeistert. Diese vor Kraft strotzende, stolze Geste, als ob der Baum seine Kraft präsentieren würde, wollte ich herausarbeiten. Dafür habe ich die Schnittfläche in eine Kurvenbewegung eingearbeitet, damit die einst stolze Fichte zeigen kann, wer sie getötet hat. Nicht der Waldarbeiter, der ihn fällte, sondern der Borkenkäfer, der ihn zerfressen und ausbluten lassen hat.
Skulptur: Schützendes Blatt
Bei diesem Stumpf waren nach dem Entfernen der Rinde 2-3 „Holzstränge“ zu erkennen, als ob mehrere Bäume im Laufe der Jahre zusammengewachsen wären. Dabei stülpen sich die zwei äußeren über einen mittleren Strang. Hier hatte ich gleich eine schützende Gebärde vor Augen. Diese habe ich in Form eines stilisierten Eichenblattes herausgearbeitet, welches sich schützend um ein sich anschmiegendes, wachsendes Element stülpt. Wald ist für mich immer ein Schutzraum, in dem Wachstum stattfindet.
Skulptur: Herz
Dieses kleine Nebenprojekt konnte ich mir nicht verkneifen und spricht in seiner Symbolik für sich.
Mareika Neumann Carving und Kettensägenkunst, Landfestival Georgenthal
Mein Carving Projekt im Thüringer Wald in Georgenthal hat seinen Abschluss gefunden. In den letzten Tagen haben mich viele Nachrichten erreicht mit der Frage, wo meine Skulpturen genau zu finden sind – darüber freue ich mich sehr!
Damit ihr sie leichter entdecken könnt, habe ich ein Komoot-Highlight und einen Eintrag auf Google Maps erstellt. So findet ihr den Weg ganz einfach.
Am besten, ihr macht einen entspannten Spaziergang von der Rodebachmühle oder direkt von Georgenthal aus in den Wald zu meinem Skulpturenpfad – oder ihr schreibt mir einfach auf Social Media, wenn ihr Fragen habt.
Das Projekt entstand im Rahmen des Landfestivals Georgenthal und verbindet Holzkunst, Natur und regionale Kultur auf besondere Weise. Wer das Landfestival Georgenthal, Kettensägenkunst im Thüringer Wald oder Carving in Georgenthal sucht, kann nun auch online den genauen Standort meiner Werke finden.
Hier der Standort des Skulpturenpfades auf Komoot:
Hier der Standort meiner Skulputuren auf Google Maps:
Mareika Neumann verwandelt Kahlschlagflächen in expressive Skulpturen
Georgenthal/Georgenthal, 08. Oktober 2025
Kettensägenkunst (Carving) als Dialog mit der Natur: Mareika Neumann, Holzgestalterin und Dipl. Kunsttherapeutin, interpretiert die Spuren des Klimawandels im Thüringer Wald im Rahmen des Projekts LANDDRANG.
Georgenthal – Vom 10. bis 12. Oktober 2025 feiert Georgenthal den Höhepunkt des Projekts LANDDRANG mit dem Landfestival, einem außergewöhnlichen Kunst- und Naturevent. Als Residenzkünstlerin für Holzgestaltung (06. bis 12. Oktober 2025) setzt Mareika Neumann (Bad Hersfeld) ihr Konzept „Stimmen des Waldes“ um.
Ihre künstlerische Philosophie verbindet ihre Expertise als Diplom-Kunsttherapeutin mit der Technik des Carvings. Im Zentrum steht die Transformation von Totholz und Baumstümpfen auf Kahlschlagflächen: Sie werden nicht als Ende, sondern als Ausgangspunkt eines neuen Zyklus interpretiert. Neumann befreit mithilfe der Kettensäge 2–5 zusammenhängende, figurative und abstrakte Skulpturen, die als „Wächter des Waldes“ fungieren und die Geschichte ihres Standortes erzählen.
Die Open Air Ausstellung bietet den Besuchern eine Reflexionsfläche über Resilienz und die Kraft der Natur. Um den Schaffensprozess erlebbar zu machen, lädt die Künstlerin während der Residenzwoche zum „Offenen Atelier im Wald“ ein, wo Interessierte die Entstehung der kraftvollen Werke live miterleben können. Wegbeschreibung unten.
Die fertigen Skulpturen sind während des gesamten Festivalwochenendes (10. bis 12. Oktober 2025) neben den Arbeiten weiterer Residenzkünstler wie Hama Lohrmann (Landart) und Anna & Michael Rofka (Klangkunst) in der Landgemeinde zu besichtigen.
Über Mareika Neumann
Mareika Neumann, Dipl. Kunsttherapeutin und Holzkünstlerin aus Bad Hersfeld , nutzt die Kettensäge und andere Werkzeuge, um ausdrucksstarke, figurative Werke zu schaffen. Ihr Studium der Kunsttherapie prägt ihren Ansatz, der stets die Verbindung von Kunst, innerer Stärke und Materialität in den Fokus rückt.
Im Rahmen des Projekts „LANDDRANG“ wurde ich für die Künstlerresidenz Holzgestaltung in der Landgemeinde Georgenthal ausgewählt. Vom 6. bis zum 12. Oktober 2025 werde ich im Thüringer Wald künstlerisch mit Kettensäge etc. tätig sein.
Unter dem Titel „Stimmen des Waldes“ werde ich mein künstlerisches Konzept vor Ort umsetzen. Der Fokus liegt dabei auf den sichtbaren Spuren des Waldwandels. Mittels Kettensäge werden die auf Kahlschlagflächen verbliebenen Baumstümpfe in ein Ensemble ausdrucksstarker Skulpturen verwandelt, um den stummen Zeugen des Wandels eine neue, künstlerische Stimme zu geben.
Einblicke in den Schaffensprozess werden im Rahmen eines „Offenen Ateliers im Wald“ möglich sein. An ausgewählten Terminen sind Interessierte eingeladen, der Entstehung der Skulpturen beizuwohnen.
Die entstandenen Werke werden im Anschluss als Teil einer Open-Air-Ausstellung während des Landfestival-Wochenendes vom 10. bis 12. Oktober 2025 in Georgenthal präsentiert.
Um euch aktuellere und direktere Einblicke in meine künstlerische Arbeit zu geben, bin ich seit auch auf Instagram aktiv. Dort teile ich Impressionen direkt aus dem Atelier, zeige die Entstehungsprozesse neuer Skulpturen und informiere über kommende Projekte. Die Plattform ist eine wunderbare Möglichkeit, den Weg vom rohen Holz bis zum fertigen Kunstwerk visuell zu begleiten. Für mich als Künstlerin ist gerade der schnelle Austausch und die Vernetzung mit Kunstinteressierten, Kolleginnen und allen Kunstfreundinnen unglaublich wichtig. Instagram bietet dafür einen idealen und unkomplizierten Ort. Ich lade euch herzlich ein, mir zu folgen und freue mich auf eure Kommentare und Nachrichten! Ihr findet meinen Kanal unter dem Namen @mareika.neumann.